Kontakt Shop English
Unser gemeinsames Leben

Warum Gemeinschaft
keine Institution ist

Der Gottesdienst ist kein Termin am Wochenende, sondern Beziehung zu Gott und zu Menschen, die die ganze Woche prägt.

„Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen."

— Galater 6,2

Das wichtigste Gebot, sagt Jesus, ist: Gott von ganzem Herzen zu lieben – und deinen Nächsten wie dich selbst. Wer sich auf ein Leben mit Gott einlässt, wird deshalb früher oder später auch mit der Frage nach Gemeinschaft und Verbindlichkeit konfrontiert. Wir sind nicht nur für Gemeinschaft mit Gott geschaffen, sondern auch füreinander.

Liest man das Neue Testament, sieht man, wie selbstverständlich die ersten Christen ihr Leben miteinander teilten: Zeit, Besitz, Freude und Belastungen. Glaube war nicht auf eine Veranstaltung begrenzt, sondern wurde in Beziehungen sichtbar.

Diesen lebendigen Prozess versuchen wir seit den Anfängen von Friends of Jesus zu leben. Dabei gab und gibt es Herausforderungen, unterschiedliche Lebensphasen und immer wieder Dinge, die neu gelernt werden müssen. Trotzdem erleben wir bis heute, wie viel Kraft darin liegt, wenn Menschen nicht nur gemeinsam Gottesdienste besuchen, sondern tatsächlich füreinander da sind.

Gerade in einer westlichen Welt, in der Individualismus einen hohen Stellenwert hat, fordert uns das heraus. In anderen Kulturen erleben wir oft, wie selbstverständlich Familie, Freundschaft und gegenseitige Verantwortung zum Leben gehören. Das stellt auch uns immer wieder die ehrliche Frage: Wie verbindlich wollen wir Beziehungen zu anderen Menschen leben – gerade auch innerhalb der Gemeinde?

Gemeinde wird nicht zuerst dort sichtbar, wo Menschen nebeneinander sitzen, sondern dort, wo sie füreinander da sind.

Keine Kommunität – aber gewachsene Nähe

Wir sind keine Kommunität, also keine Wohn- und Lebensgemeinschaft mit gemeinsamem Haushalt. Aber die räumliche Nähe hat uns über die Jahre geholfen, Gemeinde ganz natürlich im Alltag zu leben.

Heute wohnen – Kinder mit eingerechnet – etwa 40 Menschen, die zu unserer Gemeinde gehören, in fußläufiger Entfernung voneinander. Einige andere leben nur fünf bis zehn Autominuten entfernt.

Dabei ist uns wichtig: Niemand muss in unmittelbarer Nähe wohnen, um verbindlich Teil unserer Gemeinde zu sein. Alle gehören vollwertig dazu. Die räumliche Nähe ist kein geistlicher Maßstab – sie macht manches schlicht einfacher.

Beziehung statt Leistung

Gemeinschaft kann selbst zu einem Ideal werden, das Druck erzeugt. Diese Erfahrung haben auch wir in den vergangenen Jahrzehnten gemacht.

Deshalb ist uns wichtig: Gemeinschaft entsteht nicht zuerst dadurch, dass man viel miteinander arbeitet oder möglichst viele Termine besucht. Sie beginnt mit der freiwilligen Entscheidung, sich in Beziehungen zu investieren, Zeit miteinander zu verbringen, ehrlich und manchmal auch verletzlich zu sein und Freundschaften wachsen zu lassen.

Wenn Gemeinschaft nicht durch Druck entsteht, sondern wachsen darf, wird sie nicht zur Last, sondern zu einer Quelle von Freude und Kraft.

Dabei soll niemand seine Persönlichkeit oder Eigenständigkeit verlieren. Das Neue Testament beschreibt Gemeinde als ein Haus aus lebendigen Steinen: Jeder Stein hat seinen eigenen Platz und seine eigene Bedeutung – und gleichzeitig entsteht das Haus erst in der Verbindung miteinander und mit Jesus als Eckstein (1. Petrus 2,4–7).

In solchen Beziehungen werden Menschen gesehen. Wir lernen voneinander, reiben uns aneinander, tragen einander, werden herausgefordert und erleben gemeinsam Freude. So kann auch die Trennung zwischen „geistlichem Gemeindeleben" und normalem Alltag immer mehr verschwinden.

Was das ganz
praktisch bedeutet

Gemeinschaft zeigt sich bei uns meistens nicht in großen Programmen, sondern in ganz gewöhnlichen Dingen.

Wir verbringen auch unter der Woche Zeit miteinander, essen zusammen, spielen, reden und beten. Die Kinder der Gemeinde treffen sich häufig ganz selbstverständlich zum Spielen. Wenn jemand einkaufen fährt, bringt er dem anderen etwas mit. Dinge werden ausgeliehen oder geteilt – genauso wie Autos, Werkzeug oder andere Dinge, die gerade gebraucht werden.

Wenn praktische Hilfe nötig ist, versuchen wir füreinander da zu sein: irgendwo mit anpacken, jemanden fahren, etwas reparieren, auf Kinder achten oder einfach Zeit schenken. Dabei wollen wir unsere Türen nicht nur füreinander offenhalten. Auch Menschen, die noch niemanden bei uns kennen oder gerade Hilfe brauchen, sollen unkompliziert willkommen sein können.

Natürlich gelingt das nicht immer gleich gut. Je nach Persönlichkeit, Lebensphase und Hintergrund kostet Gemeinschaft den einen mehr als den anderen. Und wir lernen darin bis heute.

Aber gerade in den kleinen, unspektakulären Dingen erleben wir immer wieder:

Wir sind nicht nur für Gott geschaffen – wir sind auch füreinander geschaffen.


Gemeinde wird dadurch weniger zu einem Ort, zu dem man geht, und mehr zu einem Leben, das man miteinander teilt.

Wenn du wissen möchtest, wie das bei uns aussieht oder wie du Anschluss finden kannst, sprich uns einfach an.

Kontakt aufnehmen →