Jesus verändert – Befreit von Schuld- und Schamgefühlen

Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Als meine Eltern sich bekehrt haben, war ich etwa 11 oder 12 Jahre alt. Ich habe damals auch Jesus in mein Leben eingeladen, aber den eigentlichen Sinn nicht verstanden.

Im Alter von 16 Jahren habe ich mich dann entschieden, nicht mehr mit in den Gottesdienst zu fahren und meinen eigenen Weg zu gehen. Denn ich wollte nicht auf das verzichten bzw. das verpassen, was die Welt zu bieten hat. Vor allem hat mich das Thema “Männer” gereizt. In der Folge bin ich eine Beziehung zu einem älteren Mann eingegangen, den ich geliebt habe – er mich jedoch nicht. Ich habe dann alles versucht, um geliebt zu werden. Enttäuschungen, Verletzungen und einige gescheiterte Beziehungen waren das Ergebnis. Auch habe ich angefangen, mit meinen Reizen zu spielen um Aufmerksamkeit zu bekommen und um gemocht zu werden. Ich habe dabei aber gleichzeitig auch jeden zurück gestoßen, der mir zu nahe kommen wollte. Diese Suche nach Liebe und Anerkennung und gleichzeitig die Angst vor Enttäuschungen und Verletzungen haben mich ziemlich kaputt gemacht. Geendet ist das Ganze in mehreren Abhängigkeiten zu Männern, Pornographie, Interesse am gleichen Geschlecht, Rückzug und Vereinsamung. Durch meinen Freundeskreis kam ich mit der Heavy Metal-Musikszene in Kontakt und bin so auch mit okkulten Dingen in Berührung gekommen.
Diese Seite von mir habe ich über die Jahre immer versteckt und habe versucht nach außen das brave und liebe Mädchen zu sein und nicht aufzufallen mit all dem Mist in meinem Leben. Die ganze Zeit über habe ich gewusst, dass Gott mich sieht und es bestimmt ganz schrecklich findet, was ich da tue. Ich habe mich danach gesehnt auszusteigen, war aber lange gefangen in großen Scham- und Schuldgefühlen.

Mit ca. 24 Jahren hatte ich einen schweren Autounfall. Ich bin auf einer schlecht beleuchteten Straße entlang gefahren, habe kurz einen Schatten von links kommend gesehen, konnte aber nicht mehr reagieren. Mir ist ein Fußgänger, der aus dem dunklen Bereich heraus die Straße überqueren wollte, vors Auto gelaufen. Es hat einen Aufprall gegeben und der Fußgänger war auf der Stelle tot. Für mich ist in diesem Moment eine Welt, ja mein ganzes Leben zusammen gebrochen – ich war Schuld an dem Tod eines Menschen und konnte es nicht verhindern oder rückgängig machen. Anschließend wurde ich noch wegen fahrlässiger Tötung angezeigt. Ich habe mich so sehr geschämt für das Ganze und wäre am liebsten nie wieder vor die Tür gegangen. Mein Anwalt hat mir dann nahe gelegt, mir seelsorgerische Hilfe zu holen.
Meine Eltern haben in dieser Zeit viele tröstende Worte von Gott erhalten, darüber dass ich keine Schuld an diesem Unfall habe – was ich zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht glauben konnte. Im Laufe der nächsten 6-9 Monate ist dann erstaunliches passiert: das Verfahren gegeben mich wurde eingestellt, das angeordnete Gutachten konnte keine Schuld feststellen. Die Angehörigen des Fußgängers haben mir durch einen Pfarrer ausrichten lassen, dass sie mir keine Schuld geben. Und so nach und nach hat sich alles gewendet. Gott sei Dank dafür.
Die Seelsorgerin, die mich durch diese Zeit begleitet hat, war selbst gläubige Christin und hat mir eines Tages das Versprechen abgenommen, dass ich am nächsten Sonntag in den Gottesdienst gehen soll. Die Tage bis zum Sonntag waren ziemlich aufwühlend. An diesem besagten Sonntag saß ich dann in der letzten Reihe und habe so Gottes Gegenwart, Liebe und Annahme gespürt, dass ich den ganzen Gottesdienst nur geweint habe. Ich war zu Hause und angenommen.

Zu dieser Zeit war ich aber immer noch gefangen in meinen Süchten und Abhängigkeiten und wurde sie auch nicht los. Ich habe dann versucht, ein guter Christ zu sein – zumindest so ein Bild aufrecht zu erhalten. Jede Situation, die an diesem Bild gekratzt hat, hat mich dann in ein tiefes Loch geworfen. Ich war einfach nicht frei von den Bindungen meiner Vergangenheit.

Einige Zeit später bin ich dann auf einem Bethlehm Night-Konzert von den Friends of Jesus in Altenkirchen gewesen und habe anschließend einige Gottesdienste besucht. Die vielen jungen Leute und die tiefe musikalische Anbetung haben mein Herz berührt – und ich bin geblieben.
Hier bei den Friends habe ich Gott als den liebenden Vater und Erlöser neu kennengelernt. Gott hat ein wirkliches Interesse an meinem Leben und Er hat seinen einzigen Sohn in diese Welt gesandt, der für meine Schuld am Kreuz von Golgatha gestorben ist, damit ich Leben habe. Durch das Blut Jesu habe ich ein neues Leben erhalten.
Nach und nach habe ich mit einer Freundin und meiner geistlichen Mutter meine Vergangenheit aufgeräumt. Jesus hat mir die Sünden meiner Jugend vergeben, mich von Schuld- und Schamgefühlen, von Menschenfurcht und meiner falschen Fassade befreit. Ich darf jeden Morgen neu seine Liebe und Gnade erleben, Ihm folgen und mich darin üben, ich selbst zu sein.

Auch in der Beziehung zu meiner Schwester und meinen Eltern sind viele Dinge heil geworden und heute gehen wir zusammen den Weg mit Jesus in der Gemeinschaft der Friends.

Seit kurzer Zeit wohne ich in einer WG mit anderen jungen Frauen und darf erleben, wie Gott wirklich ist. Hier wird keiner für das Zugeben von Fehlern abgelehnt, sondern wir helfen uns gegenseitig vorwärts zu gehen. Das in meinem Herzen zu begreifen hat einige Zeit gedauert – aber heute sehe ich, was für ein großer Schatz es für mich ist, bei Jesus und den Friends sein zu dürfen.

Und nun habe ich mich dazu entschieden, denen zu helfen, die wie ich, vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens stehen und nicht mehr weiter wissen. Denn Jesus ist die Antwort auf unsere Sehnsucht nach Liebe und Annahme.

Lena