Die Friends in Krakau / Auschwitz – 10/2013

Krakau

Anfang Oktober waren wir zusammen mit 40 Friends of Jesus-Mitarbeitern und drei Freunden in Krakau. Gott hatte schon seit längerer Zeit Israel neu auf unser Herz gelegt. Besonders aber das Seminar mit Jobst Bittner (TOS Tübingen) zum Thema „Die Decke des Schweigens“, das im vergangenen Mai bei uns zu Hause stattgefunden hat, ermutigte uns, diese Reise gemeinsam zu unternehmen. Wir waren wunderbar untergebracht in einer katholischen Kirchengemeinde am Rande der Stadt.

Hier trafen wir auch unsere Freundin Viola, die in Krakau wohnt und sich um Holocaustüberlebende in Israel und Weißrussland kümmert. Violas Herz schlägt für das israelische Volk und besonders für diejenigen, die den Holocaust überlebten. Sicherlich sind einige von ihnen finanziell ausreichend versorgt, aber die Überlebenden haben alles verloren
und viele von ihnen leben auch heute in Armut. Mit viel Liebe und Einsatz versorgen Viola und ihr Team diese Menschen. Wir unterstützen sie dabei regelmäßig finanziell. Das ist ein kleiner Teil, den wir tun können, um ihnen so von hier aus zu dienen. Viola, die auch Fremdenführerin in Krakau ist, zeigte uns das jüdische Viertel Kazimierz. Es war Shabbat – viele Juden waren im Viertel unterwegs, wir s ahen zahlreiche beeindruckende Synagogen und jüdische Musik klang aus einigen Läden… man fühlte sich beinahe, als wäre man in Israel selbst. Danach führte sie uns in das ehemalige jüdische Getto. Auf dem Platz, von dem aus früher die Juden deportiert wurden, hatten wir eine starke Begegnung mit einem jüdischen Ehepaar. Die beiden standen auf einmal mitten in unserer Gruppe, als wir auf Deutsch gemeinsam beteten. Es war ein sehr emotionaler Augenblick, als wir anfingen, mit ihnen zu sprechen. Sie erzählten uns von ihrer Vergangenheit und ihrer Familiengeschichte und davon, dass sie nahe Familienmitglieder im Holocaust verloren hatten.
Gott ist uns so nahe gekommen durch sie. Denn bei aller Wiedergutmachung, die bereits in unserem Land gegenüber ihrem Volk und den Holocaustüberlebenden geschehen ist, konnten wir doch in diesem Moment ein wenig mehr nachempfinden, wie sich diese Menschen fühlen. Die beiden waren keine messianischen Juden und es war ein Vorrecht für uns, so mit ihnen sprechen zu können. Gott schenkte uns, dass wir uns abschließend gegenseitig in die Arme nehmen konnten – danke Jesus.

 

 

Auschwitz / Birkenau

Der eigentliche Anlass für unsere Reise war der Besuch von Auschwitz-Birkenau. Hier konnten wir noch einmal mehr tief bewegt und erschüttert sehen, wozu der Mensch ohne Gott fähig ist. Sehr herausragend dabei war, dass an dem Tag unserer Rundführung besonders viele Gruppen israelischer Jugendliche dort zu Besuch waren. Sie trugen Israelflaggen um ihre Schultern und weinten. Ihre Trauer und Tränen zu sehen, löste in uns als Deutsche das Empfinden von Schuld, aber auch echter Liebe zu ihnen aus. Das dort Erlebte machte uns noch einmal deutlich, dass wir als Christen und Deutsche eine besondere Verantwortung für Israel tragen. Alles in allem fuhren wir nach Hause mit einem tieferen Verständnis der besonderen Berufung Israels und der Sehnsucht danach, Gottes Volk wirklich von Herzen zu lieben und ihm zu dienen